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Myanmar

Myanmar (Burma) ist eins der ärmsten Länder, aber gleichzeitig eins der faszinierendsten in Südostasien. Und diese beiden scheinbar gegensätzlichen Eigenschaften stehen im Zusammenhang. Das Land ist arm, weil seine Regierung es jahrzehntelang strengstens vor ausländischen Einflüssen schützte, was gleichzeitig der Grund für seinen faszinierenden Charakter ist. Nach Myanmar zu reisen, ist nicht nur eine Reise in eine andere geographische Region, sondern auch in eine andere Zeit

Wie weit zurück in die Vergangenheit man reist, hängt natürlich auch von der Region innerhalb Myanmars ab. Wenn man die burmesische Hauptstadt (Yangon/Rangoon) mit der thailändischen Hauptstadt Bangkok vergleicht, bringt einen die Reise ungefähr 30 bis 40 Jahre zurück in die Vergangenheit. Andererseits gleicht ein Besuch entlegener Bergstämme einer Reise ins Mittelalter!

In der einheimischen Sprache war Burmas Name schon immer Myanmar. 1989 erklärte die militärische Regierung, dass das Land in der internationalen Gemeinschaft als Myanmar zu bezeichnen sei. Von da an erschien in öffentlichen Dokumenten und diplomatischen Beziehungen nur noch der Name Myanmar für dieses Land, das bis dahin die meisten Burma genannt hatten. Aber inoffiziell ist der Name Burma noch weit verbreitet.

Bevölkerung – In Myanmar leben 45,5 Millionen Menschen. Damit steht es an fünfter Stelle der bevölkerungsreichsten Länder Südostasiens. Davor liegen Indonesien mit 191,1 Millionen, Vietnam mit 73 Millionen, die Philippinen mit 65,6 Millionen und Thailand mit 59,5 Millionen.

Myanmar ist eins der ethnisch am meisten gemischten Länder Südasiens. Offiziell unterscheidet die Regierung 135 verschiedene Nationalitäten; zu viele um sie hier zu erwähnen.

Religion - Buddhismus ist die Staatsreligion von Myanmar und daher sind 85 % der Bevölkerung Buddhisten. Wie der Buddhismus in Thailand, ist auch der in Myanmar eng mit Geistern verbunden. Myanmar war das erste Land in Südostasien, in dem die Worte Buddhas verbreitet wurden. Indische Kaufleute, die in das  Ayeyarwaddy-Delta kamen, um Handel zu treiben, lehrten seit dem ersten Jahrtausend nach christlicher Zeitrechnung den Buddhismus.

Aber erst, nachdem im Jahr 1044 Anawratha in Bagan König wurde, wurde der Buddhismus zur dominierenden Religion Myanmars.

Ein Mon-Missionar namens Shin Arahan bekehrte König Anawratha zum Buddhismus.

Wie in Thailand, das einige Zeit später von Mon-Misisonaren zum Buddhismus bekehrt wurde, ist auch in Myanmar stets ein buddhistischer Tempel der Mittelpunkt einer Dorfgemeinschaft. Buddhistische Tempel dienen in Myanmar als Ausbildungsstätten, genauso wie in Thailand. Und ebenfalls wie in Thailand wird auch in Myanmar von jedem Mann erwartet, dass er wenigstens einmal im Leben für eine Zeit lang buddhistischer Mönch wird, in der Regel schon als Heranwachsender.

Geographie – Mit einer Fläche von 676.552 km² ist Myanmar fast doppelt so groß wie Deutschland. Im Westen und Nordwesten grenzt es an Bangladesch und Indien. Im Norden und Nordosten liegen China und Laos und im Osten Thailand als direkte Nachbarn des Landes. 

Der wichtigste Fluss Myanmars ist der Ayeyarwaddy, der im östlichen Teil Tibets entspringt. Er fließt über 2.000 km von Norden nach Süden und teilt so das Land in eine westliche und eine östliche Hälfte. 1.450 km des Ayeyarwaddy sind für Schiffe befahrbar. Das Tal und das Delta des Ayeyarwaddy bilden eine der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Regionen der Welt.

Myanmar's politische Isolation während der letzten Jahrzehnte wird auch von der Topographie widergespiegelt: an drei Seiten - dem Nordwesten, Nordosten und Südosten - wird das Land durch hohe, fast unpassierbare Bergketten eingegrenzt. Im Südosten bildet das Andamanische Meer die natürliche Grenze.

Aber nicht nur die Bergketten, die  Myanmar von den Nachbarländern abschirmen, sind schwer zu überqueren; dasselbe gilt auch für die Bergketten innerhalb des Landes.

 

 

 

 

 

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